I. Die Kapellengemeinde 2003
Die Kapellengemeinde ist eine Personalgemeinde innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Baden. Ihre Trägerin ist die Evang. Stadtmission Heidelberg e. V. Die Gemeinde entstand in Folge eines Kirchenbaus 1876 durch Heidelberger Pietisten, engagierte Christen aus dem Bürgertum, die unter anderem auch die Evangelische Stadtmission gründeten. Über die Jahre wuchs die Stadtmission zum größten diakonischen Träger Heidelbergs, die Kapellengemeinde wurde jedoch kleiner.
2003 hatte sie nur noch ca. 110 Mitglieder, die meisten waren über 60 Jahre alt. Es gab einen Sonntagsgottesdienst um 9. 45 Uhr mit ca. 30 Besuchern pro Gottesdienst.
An Gemeindekreisen gab es einen Bibelkreis und einen Frauenkreis, die sich wöchentlich im „Gemeindezimmer“ im „Wilhelm-Frommel-Haus“ trafen, und ein monatliches Gemeindefrühstück im „Haus der Stadtmission“.
Einmal im Jahr wurde ein zweitägiger Basar zugunsten der Kapellengemeinde durchgeführt. Die Gemeinde veranstaltete eine jährliche Fahrradtour für Mitarbeiter/innen der Stadtmission. Außerdem gab es einen jährlichen Gemeindeausflug.
Die Pfarrerin mit einer ganzen Stelle sorgte neben ihren Gemeindeaufgaben für Gottesdienste in den Pflegeheimen der Stadtmission, St. Anna und Wilhelm-Frommel-Haus, Adolf-Nieden-Haus, Haus Philippus und Haus Stammberg.
Zu der Kapellengemeinde gehört ein Kindergarten, der ca. dreimal im Jahr den Gottesdienst mitgestaltete.
Das Büro der Pfarrerin, das sie sich mit ihrer Sekretärin teilte, befand sich nur schwer zugänglich hinter den Räumen der Suchtberatung. Das Büro und die Kapelle liegen in der Plöck im Zentrum von Heidelberg.
Wegen der geringen Anzahl an Gemeindegliedern wurden Stimmen lauter, die Pfarrstelle der Kapellengemeinde zu streichen und die Gemeinde einer der Heidelberger Parochial-Gemeinden zuzuschlagen, die durchschnittlich 3.000 Gemeindeglieder haben.
In dieser Situation beriet sich der Ältestenkreis der Kapellengemeinde mit dem theologischen Vorstand der Stadtmission und dem Dekan von Heidelberg. Um die Pfarrstelle zu erhalten, entschied sich die Kapellengemeinde, sich als Profilgemeinde zu entwickeln und „Diakoniekirche für Heidelberg“ zu werden.
Als Diakoniekirche sollte die Kapellengemeinde
- eigene diakonische Projekte mit ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen entwickeln,
- Kirche für die diakonischen Einrichtungen in Heidelberg und ihre Mitarbeiter/innen sein.
Folgende Leitsätze gab sie sich für ihren Strukturwandel:
Die Kapellengemeinde als die diakonische Gemeinde in Heidelberg
Ø feiert Gottesdienste,
in denen an den Rand gedrängte Menschen in die Mitte genommen werden,
in denen diakonische Einrichtungen in ihrer ganzen Vielfalt ihre Stimme erheben können,
in denen Konsequenzen unserer christlichen Botschaft für das diakonische, sozial-politische Reden und Handeln der Kirche deutlich werden;
Ø lebt als Gemeinde mit sozial benachteiligten Menschen unserer Stadt.
Inhalte der Arbeit sind dabei:
Hilfe zur Selbsthilfe anregen,
Nicht für, sondern mit Betroffenen arbeiten,
Eigenverantwortlichkeit und Selbständigkeit der Betroffenen fördern.
Ø knüpft mit am Netzwerk „Diakonie“
und stellt Verbindungslinien zwischen diakonischen Einrichtungen in ökumenischer und sozial-politischer Weite her und ist damit auch sozialpolitische Stimme der Evangelischen Kirche in Heidelberg.
Als Diakoniekirche wollte die Kapellengemeinde im diakonischen Geist der alten Kapellengemeinde etwas Neues entstehen lassen mit regionaler Bedeutung.
Als diakonische Profilgemeinde sollte sie eine Brücke zwischen Diakonie und verfasster Kirche schlagen und zu einer Kooperation zwischen verfassten diakonischen Trägern (Diakonisches Werk) und freien diakonischen Trägern (insbesondere Evang. Stadtmission Heidelberg) beitragen.
Die Pfarrerin reduzierte ihre Stelle auf eine halbe Stelle, dafür wurde ein neuer Pfarrer gewählt, der mit einer halben Stelle für die Neuausrichtung der Kapellengemeinde zuständig war und nach dem Weggang seiner Kollegin im Frühjahr 2006 die ganze Pfarrstelle bekommen hat.
II. Die Kapellengemeinde heute
- Aufbau neuer diakonischer Projekte im Zentrum Heidelbergs
Die Kapellengemeinde sieht die besonderen diakonischen Herausforderungen der Zukunft vor allem bei wachsender Armut, bei der Integration von Ausländern und dem Umgang mit Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung und bei der Wahrnehmung von immer mehr psychisch kranken Menschen auf der Straße.
Neue Projekte der Diakoniekirche sollen der Wahrnehmung und Integration dieser drei Gruppen dienen. Bisher entstanden sind an Projekten der Arbeitslosentreff „Manna“, der Afrikagottesdienst und der Gedenkgottesdienst für verstorbene Obdachlose aus der Region.
a) Der Arbeitslosentreff „Manna“
Die Kapellengemeinde gab ihr altes Büro auf und mietete stattdessen einen ehemaligen Bäckerladen in einem Haus in der Plöck, das der Evang. Stadtmission gehört. In den hinteren Räumen befinden sich nun die Büros des Pfarrers und der Sekretärin, im vorderen 25 m² großen Laden befindet sich seit dem 01. Mai 05 der Arbeitslosentreff „Manna“ mit 17 Sitzplätzen.
„Manna“ möchte arbeitslosen Menschen einen Raum geben, über ihre Arbeitslosigkeit zu sprechen und über Hilfsangebote diakonischer Einrichtungen informieren. Es will Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen, weil sie krank oder arm sind, einen Aufenthaltsort bieten, wo sie bedingungslos willkommen sind und Menschen finden, die ihnen zuhören. Es möchte Kaffee und Frühstück gegen eine geringe Spende anbieten und somit Menschen mit wenig Geld ermöglichen, in ein Café gehen zu können und an einem gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Ein kleines Kursangebot für die Gäste (EDV, Englisch, Malen) wird zur Zeit ausprobiert und soll nach Möglichkeit ausgebaut werden.
„Manna“ ist an drei Öffnungstagen in der Woche gut besucht, teilweise sogar überfüllt. An einem Öffnungstag hat Manna 2 ½ Stunden geöffnet, es kommen durchschnittlich 26 Gäste pro Öffnungstag. Viele Gäste sind Langzeitarbeitslose, einige sind psychisch krank. Manche Gäste haben in Manna ihren einzigen Ort in Heidelberg, an dem sie sich akzeptiert fühlen und ihrer Einsamkeit etwas entgegensetzen können.
In „Manna“ arbeiten derzeit 30 ehrenamtliche Mitarbeiter/innen aus 12 verschiedenen Heidelberger Gemeinden, die in feste Gruppen mit regelmäßigen Diensten eingeteilt sind. Pro Öffnungstag sind immer 3-4 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen da zum Zuhören und für eine seelsorgliche Begleitung der Gäste.
Zu Manna gehört eine Homepage für Arbeitslose aus der Region mit einem kommentierten Verzeichnis von 130 Links zu Jobbörsen, Wohnungsmärkten und Beratungsangeboten. Zur Zeit nutzen 1.500 Besucher pro Monat dieses Angebot (www.manna-hd.de).
Durch das Schaufenster von Manna hat die Kapellengemeinde die Möglichkeit, zur Straße zu „predigen“: Zum Beispiel eine Ausstellung von Fotografien von Händen von Manna-Gästen und -Mitarbeitern, bei denen man nicht erkennen kann , wer wenig und wer viel Geld hat, und die für einen Raum ohne Ausgrenzung stehen. Oder ein großes Holzkreuz während der Passionszeit, an das Manna-Gäste und Passanten in der Plöck ihre Sorgen nageln konnten.
Dazu kommen noch Sonderveranstaltungen wie „Manna-Advent“ oder das besondere Weihnachtsfest. In Manna-Advent lud die Gemeinde Manna-Gäste ein zu Weihnachtspunsch, Liedern und Besinnlichkeit.
Nach dem Gottesdienst am 25. Dezember wird für Manna-Gäste ein Weihnachtsfestmahl in der Kapelle organisiert, zu dem jeder/jede mitbringt, was er/sie kann. Statt einem einsamen Weihnachten in der eigenen kleinen Wohnung gibt es so in der Kapelle ein schönes Weihnachtsfest mit großem Buffet und viel Musik.
b) Der Afrikagottesdienst mit und für Afrikaner in der Region
Der Afrikagottesdienst findet einmal im Monat statt und spricht in Heidelberg lebende Afrikaner und binationale Paare an. Er zeichnet sich durch eine besonders ausgelassene Stimmung aus, es kommen zwischen 50 und 150 Menschen in die Gottesdienste. Ein Afrika-Gospelchor singt, es wird manchmal getanzt und anschließend gemeinsam gegessen. Über diesen Gottesdienst haben Afrikaner in der Kapelle eine Heimat und im Kapellenpfarrer einen Ansprechpartner für Fragen und Probleme, die besonders Ausländer betreffen. Er kann sie weitervermitteln an Hilfsangebote diakonischer Einrichtungen.
c) Ein Gedenkgottesdienst für verstorbene Obdachlose aus der Region am Ende des Kirchenjahres
Der Gedenkgottesdienst für verstorbene Obdachlose wird veranstaltet von allen Heidelberger Einrichtungen, die mit Obdachlosen arbeiten (Wichernheim, Talhof und Bahnhofsmission der Evang. Stadtmission, Obdach e. V., SKM-Wohnungslosenhife). In dem Gottesdienst werden die Namen derer vorgelesen, die aus der „Szene“ im vergangenen Jahr gestorben sind.
Es kommen ca. 90 Leute: Obdachlose, Angehörige Verstorbener und ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter aus den Einrichtungen.
Viele Obdachlose kommen nicht, weil ihnen der Umgang mit dem Tod und besonders mit dem Tod von Bekannten sehr schwer fällt. Sie betonen aber gegenüber den Mitarbeiter/innen in den Einrichtungen, dass ihnen der Gottesdienst sehr wichtig ist, weil hier etwas für Obdachlose getan wird über Mittagessen und Beratung hinaus und sie aus der Ferne teilnehmen.
- Die Kapelle als zentraler geistlicher Raum für die Heidelberger Diakonie
Die Kapellengemeinde pflegt Kontakte zu allen diakonischen Einrichtungen in Heidelberg, zu den Einrichtungsleiter/innen, den Seelsorger/innen und den Mitarbeiter/innen.
In manchen Einrichtungen hält der Pfarrer der Kapellengemeinde regelmäßig Gottesdienste.
In der Kapelle finden innerhalb des Sonntagsgottesdienstes viermal im Jahr „Diakoniegottesdienste“ statt. Diese Gottesdienste bereitet der Kapellenpfarrer mit Mitarbeitern der jeweiligen Einrichtung vor; die Einrichtungen, ihre Mitarbeiter/innen und Klienten mit ihren jeweiligen Problemen stehen dann im Zentrum des Sonntagsgottesdienstes. Bisher wurden „Diakonie-Gottesdienste“ gefeiert mit „Manna“, dem „St. Vincentius-Krankenhaus“, dem Obdachlosenheim „Wichernheim“ und der „Tagesstätte für psychisch kranke Menschen“.
Die diakonischen Einrichtungen nutzen die Diakoniekirche auch gerne für besondere Veranstaltungen:
- Das Blaue Kreuz feiert einen Gottesdienst am Buß- und Bettag mit Suchtkranken, die ein Jahr abstinent geblieben sind.
- Die Stadtmission ehrt in einem jährlichen Festgottesdienst Mitarbeiter/innen mit zehn, zwanzig und fünfundzwanzig Dienstjahren.
- Das Diakonische Werk veranstaltete einen Gottesdienst zur Eröffnung der neuen Tagesstätte für psychisch kranke Menschen
- Die „Heidelberger Frühstückswochen“ wurden mit einem ökumenischem Festgottesdienst feierlich eröffnet. Die Frühstückswochen sind ein Projekt von 20 evangelischen, katholischen und freikirchlichen Gemeinden in Heidelberg, die im Wechsel jeweils eine Woche lang ein kostenloses Frühstück anbieten, so dass Bedürftige von November bis März an jedem Tag ein kostenloses Frühstück bekommen können. In dem Eröffnungsgottesdienst in der Kapelle kamen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen.
- Der neue Geschäftsführer des St. Vincentius-Krankenhauses wurde in einem Festgottesdienst in der Kapelle eingeführt.
- Die Stationsleiterinnen des Krankenhauses Salem verbrachten einen Klausurtag in der Kapelle zu den Themen „Kommunikation“ und „Diakonie“.
- Das Diakonische Werk führt seine neuen ehrenamtlichen Mitarbeiter in der ambulanten Hospizhilfe in einem Festgottesdienst ein.
- Die Suchtberatung veranstaltet eine Vernissage zu Bildern, die von Klienten gemalt wurden mit dem Titel „KUNST - SUCHT - KIRCHE“.
Die Gottesdienste und Veranstaltungen wurden zum Teil vom Kapellenpfarrer geleitet, zum Teil von der Heidelberger Diakoniepfarrerin, zum Teil von den Seelsorgern der jeweiligen Einrichtung bzw. dem Stadtmissionspfarrer.
Die Kapellengemeinde sieht sich als geistliches Zentrum der „Diakoniestraße“ Plöck.
Die Plöck wird „Diakoniestraße“ genannt, weil sich hier zwölf diakonische Einrichtungen in unmittelbarer Nachbarschaft befinden (die Trägerschaft ist in Klammern aufgeführt: SM = Evang. Stadtmission Heidelberg e.V., DW = Diakonisches Werk Heidelberg):
Wiedereingliederungshilfe für wohnungslose Menschen „Wichernheim“ (SM)
Diakonieladen „Brot und Salz“ (DW)
Hartz IV-Treff „Manna“ (SM)
Suchtberatung (SM)
Blaues Kreuz (SM)
Tagesklinik für Suchtkranke (SM)
Tagesstätte für psychisch kranke Menschen (DW)
Altenpflegeheim „Wilhelm-Frommel-Haus“ (SM)
Altenpflegeheim „St. Anna“ (SM)
Tagespflege „St. Anna“ (SM)
Betreutes Wohnen für Senioren im Alten Reformierten Spital Plöck 24 (SM)
Diakoniekirche Evangelische Kapellengemeinde
Die Kapellengemeinde bemüht sich um die Öffentlichkeit dieser Diakoniestraße im Zentrum Heidelbergs. Sie organisierte im Sommer 2006 gemeinsam mit der Heidelberger Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (HWE) ein großes „Fest der Diakoniestraße“. Der Kapellenpfarrer brachte die Diakoniestraße und Anliegen der Diakonie auch als Thema im Wahlkampf um das Amt des Oberbürgermeisters von Heidelberg ein.
Die Kapellengemeinde organisert professionelle Führungen durch die Diakoniestraße für Schulklassen, Firm- und Konfirmandengruppen, Ältestenkreise und Vereine.
III. Leben in der Kapelle 2012 – Inhalte für eine Sanierung der Kapelle
Die Kapelle ist das geistliche Zentrum der Diakonie in Heidelberg, insbesondere der Diakoniestraße in der Plöck. Ein Sanierungsplan muss dieser zentralen Bedeutung der Kapelle gerecht werden. Im Folgenden soll dargestellt werden, wie die Kapellengemeinde als Diakoniekirche für Heidelberg sich in den nächsten fünf Jahren weiterentwickeln möchte.
Die Säulen der Kapellengemeinde sind Verkündigung des Evangeliums, Gebet, Gemeinschaft und Nächstenliebe. Diese Werte bestimmen das Leben in der Kapellengemeinde.
Menschen aus verschiedenen sozialen Milieus erleben miteinander Gemeinschaft und Gottes Zuwendung in Predigt, Sakrament und persönlicher Achtung. Das Leben in seiner ganzen Breite von Stille bis zu Feiern, von der Geburt bis zum Tod hat hier seinen Platz. In diesem Sinne ist die Kapelle ein Raum des Lebens, wie Gott es uns in seiner ganzen Vielfalt schenkt.
In der Kapelle kommen Gott und Straße zusammen: Menschen, die müde sind auf ihrem Weg, können hier auftanken und das Leben in seiner Vielfalt neu erfahren.
Bei der Sanierung sind vier „Räume“ zu berücksichtigen: der Arbeitslosentreff Manna, der Frommel-Hof, der Vorraum der Kapelle und der Innenraum der Kapelle.
1. Manna - der Raum der Nächstenliebe
Der Arbeitslosentreff Manna muss wegen der Sanierung des Frommel-Hauses umziehen in den Eingangsbereich des Frommel-Hofes, im Erdgeschoss des Frommel-Hauses.
Manna ist der Raum der Gastfreundschaft und soll Menschen in der „Diakoniestraße“ Plöck willkommen heißen. Eine Vergrößerung ist bei den derzeitigen Besucherzahlen dringend notwendig. Manna ist ein Raum ohne Konsumzwang mit Zuwendung von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. Manna hat eine zentrale Funktion als „Foyer“ der Diakoniestraße, in dem Klienten diakonischer Einrichtungen willkommen geheißen werden. Von hier aus können sie bei Bedarf auch an andere diakonische Einrichtungen weiterverwiesen werden.
Manna soll als freundlicher, einladender Raum für Arbeitslose und Menschen, die Hilfe brauchen, erhalten werden. Dazu braucht es eine Vergrößerung eines Fensters zur Plöck und eine breitflächige Glasfenstergestaltung zur Einfahrt, die diesem Raum ein Antlitz von Gastfreundschaft gewähren.
In den hinteren Räumen soll das Pfarramt mit seinen Büros und ein Besprechungszimmer untergebracht werden.
Manna soll zusammen mit einer neuen Gestaltung der Einfahrt wie ein Trichter die Menschen von der Plöck in den Frommel-Hof hineinziehen, die Schranke muss hierfür abgebaut werden. Ein Freisitz im Innenhof soll einen offenen Übergang von Manna zum Frommel-Hof gestalten.
2. Der Frommel-Hof – der Park des Lebens
Im Frommel-Hof soll viel Leben stattfinden: Bewohner und Mitarbeiter des Frommel-Hauses sollen hier Platz haben, Manna- und Gottesdienstbesucher sollen sich treffen, Gäste von Hochzeitsfeiern und Passanten der Plöck sollen hier einen Park finden können, in dem sie mitten in Heidelberg Begegnung und Leben finden.
Es soll in dem Park verschiedene mit Pflanzen gestaltete „Räume“ geben, in die sich die verschiedenen Menschen zurückziehen können. Ein für die Sinne gestalteter Rundgang entlang der West-Seite der Kapelle, der an einen klösterlichen Kreuzgang erinnert und der in den neuen Demenzgarten des Frommel-Hauses integriert ist, soll die Möglichkeit geben, sich zu bewegen.
In einer Ecke im hinteren Teil des Hofes soll es einen Zugang zum neuen Aussegnungsraum des Frommel-Hauses geben. Hier sollen eine Trauerweide und ein Grabstein stehen. Der Ort soll die Möglichkeit bieten, Verstorbener in der Natur zu gedenken und eine Kerze für sie anzuzünden.
Im Hof vor der Kapelle soll ein Brunnen stehen, der von der Plöck aus zu sehen ist als Zeichen für die „Ströme lebendigen Wassers“ (Joh. 7,38; Titel eines Dokumentarfilms über die Evang. Stadtmission Heidelberg e. V.) und als Erinnerung an die vielen Kinder, die im Frommel-Haus, dem früheren Diakonissenhaus, im 19. und 20. Jahrhundert zur Welt gekommen und in der Kapelle getauft worden sind. In diesem Brunnen unter freiem Himmel können im Sommer auch Taufen der Kapellengemeinde stattfinden.
Die Parkplätze sollen bis auf wenige für den Essenstransport, den Notarzt und die Einrichtungsleiter verschwinden.
3. Der Vorraum der Kapelle – Raum der Gemeinschaft
Der Vorraum der Kapelle soll vor und nach den verschiedenen Gottesdiensten als Raum der Gemeinschaft genutzt werden. Zur Zeit finden sonntags um 9. 45 Uhr der Gottesdienst der Kapellengemeinde und um 17 Uhr der Gottesdienst der Karlstorgemeinde statt, dazu einmal im Monat um 12 Uhr der Afrika-Gottesdienst. Gemütliche Tische und Stühle und eine kleine Theke sollen dazu einladen, Platz zu nehmen, eine Tasse Tee oder Kaffee zu trinken und sich auszutauschen.
In dem Vorraum sollen auch andere Veranstaltungen stattfinden: z.B. der Ältestenkreis, der Bibelkreis, Adventsfeiern der Kapellengemeinde, der Verwaltungsrat der Evang. Stadtmission Heidelberg, der Diakonieausschuss der Heidelberger Stadtsynode und andere Kreise. Dafür sollen die einzelnen Tische schnell zu einem großen Sitzungstisch zusammengeschoben werden können.
Für eine freundliche Atmosphäre sollen an der Süd- und West-Seite helle, lichtdurchlässige Fenster und eine ebensolche Glastür eingebaut werden. Die Schränke an der Tür mit Windfang sollen abgebaut werden, dafür soll ein kleinerer Schrank in einer Ecke aufgestellt werden. Der Raum soll in einem hellen Ton gestrichen werden.
Für die Veranstaltungen soll der Raum separat beheizbar sein. Eine Tür zur Empore soll einen freien Zutritt zur Empore und zur Orgel außerhalb der Gottesdienstzeiten verhindern.
4. Die Kapelle – Raum des Gebets
Die Kapelle soll unter der Woche geöffnet sein, damit Mitarbeiter/innen, Bewohner der Einrichtungen und ihre Angehörigen und Passanten den Raum zum persönlichen Gebet nutzen können. Für sie soll auch eine Möglichkeit geschaffen werden, für Gebetsanliegen eine Kerze anzuzünden.
Die Kapelle soll von weiteren Veranstaltungen genutzt werden. Geplant ist insbesondere eine verstärkte Nutzung für Kasualien:
Hochzeiten können hier sehr gut stattfinden: Der Frommel-Hof als Hof des Lebens lädt ein zum Sektempfang nach der gottesdienstlichen Trauung, an dem sich dann auch die Bewohner des Seniorenpflegeheims W.-Frommel-Haus erfreuen können. Im Carl-Winter-Saal könnte dann die Hochzeitsfeier stattfinden.
Auch für Trauerfeiern wäre die Kapelle geeignet. Die Trauergesellschaft könnte nach dem Gottesdienst in den Manna-Raum gehen (wenn kein Betrieb ist) und dort sich mit Kaffee und Kuchen stärken.
Die Kapelle ist für diese Kasualien sehr geeignet wegen ihrer zentralen Lage in Heidelberg, der guten Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und des Parkhauses direkt neben dem Frommel-Haus. Für die verstärkte sakrale Nutzung bei Kasualien wäre es wichtig, statt des sehr abgenutzten Teppichbodens einen Steinboden einzubauen, der den sakralen Gebetscharakter verstärkt. Dieser Steinboden soll auch das Thema „Gott und Straße“ der Kapellengemeinde wieder aufnehmen.
Möglich wäre eventuell auch eine Kombination von Stein- und Holzboden, so dass unter den Stühlen ein Holzboden ist und im Flur zwischen den Stühlen eine „Steinstraße“, die vom Hof zum Altar führt und die „Kirche am Weg“ ausdrückt. Wichtig dabei wäre ein ebener Boden, der auch weiterhin eine flexible Handhabung des Raums gewährt.
Möglich als weitere Veranstaltung ist eine Kinderkirche samstags von 10 bis 13 Uhr, die gemeinsam mit der befreundeten Karlstorgemeinde und der Gemeinschaft der Liebenzeller Mission gestaltet wird, einschließlich anschließendem Mittagessen. Auch könnten Eltern, die samstags in der Altstadt Besorgungen machen müssen, ihre Kinder in der Kinderkirche in gute Hände geben. Weitere Veranstaltungen wie ein „Seniorenkino“ oder eine Beteiligung an Filmfestivals mit sozialem/diakonischem Hintergrund sind ebenfalls denkbar.
Die Kapelle soll barrierefrei sein, daher ist eine Behinderten-Toilette wichtig.
Die Kapelle soll medial ausgestattet sein: An der Empore soll eine ausklappbare Leinwand und ein Video-Beamer fest installiert werden. Eine Anlage soll die Veranstaltungen in der Kapelle in Bild und Ton aufnehmen können und in die stationären Einrichtungen der Diakoniestraße übertragen. Eventuell ist auch ein eigener digitaler Sender möglich, der viele Menschen, die ihre Wohnung nicht mehr verlassen können, am gottesdienstlichen Leben der Kapellengemeinde teilhaben lassen kann.
Ein Glasfaserkabel von der Plöck in die Kapelle soll die Übertragungen und eine Nutzung des Internets in Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen ermöglichen. Eine neue Verstärkeranlage soll sowohl für die Gottesdienste der Kapellengemeinde als auch für die Musik-Band der Karlstorgemeinde und andere Veranstaltungen nutzbar sein.
Verschiedene Strahler sollen eingerichtet werden, die flexibel einstellbar sind und den ganzen Raum ausstrahlen können.
Auf der Empore sollen kleine runde Tische mit Stühlen einladen, den Gottesdienst von der Galerie aus zu verfolgen, ohne sich beteiligen zu müssen. Kirchenferne haben so die Möglichkeit, Gottesdienst aus der Ferne „zu schnuppern“. Nach den Gottesdiensten kann man sich auch hierher zu vertraulichen Gesprächen zurückziehen. Das Geländer der Empore soll erhöht werden, da seine Höhe zur Zeit Sicherheitsansprüchen nicht genügt.
Um den freundlichen Charakter der Begegnung mit Gott auszudrücken, soll die Kapelle hell gestrichen sein.
Die Enden der Empore an der Altarseite sollen abgebaut werden, um so einen „Chorraum“ zu schaffen. Der ursprüngliche hohe, gewölbte Raum wird so wieder erkennbar (die Emporen wurden erst nachträglich eingezogen). Dieser „Chorraum“ soll dazu dienen, die Bedeutung des Altars zu betonen als Ort des Abendmahls und der Begegnung mit Gott. Der Altar ist das Zentrum der Kapelle.
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